Bankgeheimnis: Digitalisierung im Zahlungsverkehr
Shownotes
Mit Marion Höllinger, Sprecherin der Geschäftsführung der UniCredit Bank GmbH in München, Mitglied im Vorstand des Bankenverbandes und Präsidentin des Bayerischen Bankenverbandes, sprechen wir in dieser Folge über Digitalisierung im Zahlungsverkehr.
Der digitale Zahlungsverkehr ist seit langem Alltag. Zugleich finden hier große Veränderungen statt: Neue Technologien, neue Regeln, ein verändertes Kundenverhalten und nicht zuletzt die Einführung des digitalen Euro. Welche Auswirkungen hat dies für die Rolle der Banken beim digitalen Bezahlen? Wie muss die Balance zwischen Innovation und einem stabilen und effizienten Zahlungsverkehr aussehen? Welche Anforderungen muss der Digitale Euro dafür künftig erfüllen?
Ruth von Oppen und Hendrik Hartenstein sprechen mit Marion Höllinger über die Veränderungen im Zahlungsverkehr, über die Erwartungen der Kunden und die Möglichkeiten neuer Lösungen.
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00:00:00: Die Digitalisierung hat unserem Bezahlprozess grundlegend verändert und dabei geht es nicht nur um neue Methoden zu bezahlen, sondern auch um neue Formen von Geld- und Finanzmarktinfrastrukturen.
00:00:13: Wir müssen die richtige Balance finden auf der einen Seite offen sein für Innovationen gleichzeitig aber die Stabilität und das Vertrauen in unser Finanzsystem bewahren und unsere Aufgabe als Bank bleibt vertrauenschaften Risiken managen und unseren Kunden sichere und innovative Zahlungslösungen anzubieten.
00:00:33: Für Kundinnen und Kunden wäre der Digitale Euro vor allem eine zusätzliche Zahlungsmöglichkeit – einfach und sicher ein gesetzliches Zahlungsmittel, das europaweit funktioniert.
00:00:48: Herzlich willkommen zu unserem Podcast Bankgeheimnis!
00:00:51: Das ist der Podcast des Bankenverbandes.
00:00:53: Mein Name ist Gut von Obmaus der Unternehmensfinanzierung beim Bankenverband
00:00:57: Und mein Name ist Hendrik Hartenstein, ich leite die Unternehmensfinanzierung hier.
00:01:00: Heute sprechen wir nicht direkt über Finanzierungen sondern über Zahlungsverkehr, genauer über den digitalen Zahlungs- verkehr.
00:01:06: Der ist zunächst einmal für uns alle Alltag.
00:01:09: Wir zahlen ständig digital wenn nicht bar in China oder Münzen.
00:01:14: Das heißt wir haben ein Girokonto, wir nehmen die Kreditkarte.
00:01:17: Überweisungen und Lastschriften laufen digital und in der Regel online.
00:01:21: Wir können die Echtzeitüberweisung nutzen.
00:01:23: Viele nutzen zusätzlich andere private Zahlungsverkehrsanbieter auf ihrem Handy.
00:01:29: Aber am Ende greifen sie doch alle auf unser Girokonto zurück.
00:01:32: Stand heute gibt es damit in der EU einen effizienten, sicheren, grenzüberschreitenden digitalen Zahlungs- verkehr.
00:01:39: Er ist bankbasiert und erfußt auf dem von Geschäftsbankengeschöpften Giralgeld.
00:01:45: Jetzt gibts zwei ganz unterschiedliche Entwicklungen die Bewegung reinbringen und zwar privates digitales Geld, das außerhalb von Banken läuft wie zum Beispiel Stablecoin.
00:01:54: Also privates, digitales Nicht-Bankengeld.
00:01:57: Damit verbunden sind neue Technologien wie z. B. DLT – Distributed Later Technology Das ist eine dezentrale digitale Infrastruktur.
00:02:07: Und zum Zweiten die Idee eines digitalen Euro, dass es digitales Zentralbankgeld in erster Linie für Verbraucher gedacht.
00:02:13: Was heißt das für den Kunden?
00:02:15: Was bedeutet das für das Finanzsystem für das Verhältnis zwischen Banken und EZB.
00:02:21: Wie sieht künftig das Verhältnis zwischen staatlichen und marktwirtschaftlichen Lösungen im Zahlungsverkehr aus?
00:02:27: Darüber sprechen wir mit Marion Höllinger, sie ist CEO der Hypovereinsbank und die Kreditbank in München Mitglied im Vorstand des Bankenverbandes und Präsidentin des Bayerischen Bankenverbands.
00:02:41: Herzlich willkommen liebe Frau Höllingern hier bei uns im Studio des Bankeverbandes.
00:02:45: schön dass Sie da sind!
00:02:46: Danke sehr
00:02:47: Und wir starten, wie immer in dieser Sendung mit einer Warm-up Frage.
00:02:51: Im September nineteenhundertneunzig also vor genau fünfunddreißig Jahren haben Sie als Bankkaufrau Azubi bei der damaligen Bayerischen Hypotheken und Wechselbank AG angefangen.
00:03:01: Jetzt sind sie seit dreieinhalb Jahren CEO der Hypovereinsbank in München.
00:03:06: Vieles hat sich in den vergangenen fünfund dreißig jahren beim Banking verändert.
00:03:10: was ist denn unverändert geblieben?
00:03:12: Tatsächlich es hat sich enorm viel verändert.
00:03:14: Die Digitalisierung haben künstliche Intelligenz, neue regulatorische Anforderungen und auch das Kundenverhalten hat sich verändert.
00:03:22: Aber eines ist gleichgeblieben – ob Vermögen unternehmerisches Vorhaben oder Zukunftspläne Menschen- und Unternehmen Vertrauenbanken bei zentralen Entscheidungen.
00:03:33: Kunden wollen einen verlässlichen Partner für ihre finanziellen Belange und genau darin liegt heute noch der Kern unseres Geschäfts.
00:03:39: Wir übernehmen Verantwortung, geben Sicherheit und wir ermöglichen Wachstum!
00:03:44: Und um auf das Thema Digitalisierung zurückzukommen, mehr als jede zweite Zahlung für den täglichen Einkauf in Deutschland läuft heute digital und damit holen wir zu Ländern wie Schweden, Dänemark oder die Niederlanden wo kaum noch bar bezahlt wird deutlich auf.
00:03:59: Man sieht Frau Linger mit dem Kunden.
00:04:00: kennen sie sich aus?
00:04:02: Sie waren knapp dreißig Jahre fürs Privatkundengeschäft zuständig.
00:04:05: was ist denn beim Bezahlen für den Kunden wichtig außer dass man genug Geld dabei oder auf dem Konto hat?
00:04:11: Das ist relativ leicht zu beantworten.
00:04:13: Bezahlen soll einfach, schnell und sicher sein.
00:04:16: Für viele Menschen ist Convenience mittlerweile ein entscheidender Faktor.
00:04:21: Sie möchten je nach Situation entweder mit Bargeld, mit Karte oder digital bezahlen.
00:04:27: Und die gute Nachricht ist Die Sicherheit bei Kartenzahlungen hat in den vergangenen Jahren einen entscheidenden Fortschritt gemacht Nämlich den Wechsel vom Magnetstreifen zur Chip-Technologie.
00:04:38: Wir haben Magnetstreifen lediglich statische Kartendatenspeichern, die mit dem entsprechenden Know-how und krimineller Energie kopiert und ausgesperrt werden konnten.
00:04:48: Erzeugte EMV Chip für jede einzelne Transaktion einen individuellen nur einmal nutzbaren Sicherheitschord.
00:04:54: Und dadurch werden gestohlene Kartendaten für Betrüger weitgehend wertlos und die Erstellung gefälschter Karten wird erheblich
00:05:01: erschwert.".
00:05:03: Warum ist das so?
00:05:04: Weil die sogenannte dynamische Authentifizierung weltweit dazu beigetragen hat, dass Betrugsfälle bei physischen Kartenzahlungen deutlich reduziert werden.
00:05:13: Der Chip macht die Kartenzahlung nicht nur sicherer sondern stärkt damit auch das Vertrauen der Kunden und Händler in den digitalen Zahlungsverkehr Und somit ist die Umstellung auf die CHIP-Technologie für mich ein gutes Beispiel dafür, wie technologische Innovation den Schutz von Verbrauchern und die Stabilität des Zahlungsverkehrs nachhaltig verbessern kann.
00:05:36: Kurzum – Menschen wollen beim Bezahlen möglichst wenig nachdenken müssen.
00:05:39: Gleichzeitig wollen sie aber die Gewissheit haben dass ihre Daten sicher sind und dass sie die Kontrolle behalten.
00:05:45: Schauen wir weiter auf die Veränderungen im Zahlungsverkehr.
00:05:48: seit In vielen Jahren gibt es immer mehr digitale Zahlungen, also weniger Bargeld.
00:05:52: Wir haben Drittanbieter als Zahlungsabwickler – die bekannte App auf dem Handy.
00:05:58: Es gibt neuerdings auch private Währungen wie zum Beispiel in Stablecoin oder einfach neue Technologien wie DLT und Krypto.
00:06:06: Also sehr verschiedene Dinge zusammengenommen.
00:06:09: Welche Herausforderung entstehen denn dafür für die Grundfragen im Banking?
00:06:12: Also Währungspolitik das Finanzsystem den Bankensektor?
00:06:16: Das ist eine gute Frage.
00:06:18: Die größte Herausforderung ist aus meiner Sicht, wir müssen die richtige Balance finden auf der einen Seite offensein für Innovationen gleichzeitig aber die Stabilität und das Vertrauen in unser Finanzsystem bewahren Und unsere Aufgabe als Bank bleibt vertrauenschaften Risiken managen und unseren Kunden sichere und innovative Zahlungslösungen anzubieten.
00:06:40: Die Technologien ändern sich Aber die Verantwortung nicht.
00:06:44: Digitale Wallets, private Zahlungsdienstleister oder Open Banking-Plattformen sind für Nutzerinnen und Nutzern oft besonders komfortabel.
00:06:52: Gleichzeitig verschieben sie aber Rollen und Wertschöpfungsketten im Zahlungsverkehr.
00:06:59: Was bedeutet das für uns Banken?
00:07:01: Wir müssen unsere traditionelle Rolle weiterentwickeln.
00:07:04: Die Währungspolitik muss die Bedeutung staatlicher Währungen und die Wirksamkeit gelbpolitischer Maßnahmen auch in einer zunehmend digitalen Welt sichern.
00:07:13: Finanzstabilität, Betrugsprävention, Verbraucherschutz und ein verlässlicher Regulierungsrahmen sind wichtig.
00:07:20: Auch im Umfeld dieser neuen Akteure und der neuen Technologien.
00:07:25: Die Digitalisierung hat unserem Bezahlprozess grundlegend verändert und wird das aus meiner Sicht auch weiter tun.
00:07:32: Und dabei geht es nicht nur um neue Methoden zu bezahlen sondern auch um neue Formen von Geld- und Finanzmarktinfrastrukturen.
00:07:40: Es gibt ein Beispiel und Sie haben das schon erwähnt, wenn eine digitale Anlei auf einer DLT-Plattform emitiert wird dann können die Emissionen der Handel und die Abwicklung auf derselben Infrastruktur stattfinden.
00:07:52: Das reduziert natürlich den Abstimmungsaufwand zwischen den verschiedenen Marktteilnehmern und macht damit die Transaktion deutlich schneller und effizienter.
00:08:02: Unten weiteres Thema, das Sie angesprochen haben Stablecoins.
00:08:05: Mit Stablecoins und anderen digitalen Vermögenswerten werden grenzüberschreitende Zahlungen effizienter.
00:08:12: Und neue Geschäftsmodelle werden ermöglicht.
00:08:16: Derzeit haben allerdings über ninety-fünf Prozent der Stablecoins den US-Dollar als Referenz wert, und deshalb haben mehrere Banken – unter anderem auch die Uni Kredit – ein Länderübergreifendes Konsortium für die Ausgabe einer EuroStablecoin gegründet.
00:08:31: Qivalis hat inzwischen siebenunddreißig Mitglieder!
00:08:36: Dafür gibt es aus meiner Sicht drei zentrale Gründe.
00:08:39: Erstens braucht Europa eine starke, eurobasierte Alternative zum heute überwiegend US-dollardominierten Abwicklungslösung und als Antwort auf die Frage zur europäischen Souveränität im Zahlungsverkehr.
00:08:53: Und zweitens setzt Kivalis bewusst auf ein Konsortium statt auf viele Einzellösungen.
00:08:59: Im Zahlungs Verkehr sind Größe, Vertrauen und auch Reichweite entscheidend.
00:09:03: Genau das kann ein pan-europäisches Bankenkonsortium bieten.
00:09:07: Und last but not least wollen wir Banken die Entwicklung aktiv mitgestalten, so können wir Chancen nutzen und gleichzeitig Risiken frühzeitig adressieren.
00:09:18: Der Ansatz ist damit klar – Wir wollen gemeinsam Standards für einen regulierten und vertrauenswürdigen europäischen Stablecoinmarkt setzen!
00:09:26: Digital Assets und Stablecoins sind ein wichtiger Fortschritt.
00:09:30: Ihr langfristiger Erfolg hängt jedoch von einem verlässlichen regulatorischen Rahmen ab, und am Ende setzen sich jene Lösungen durch die technologischen Fortsschritte mit dem Vertrauen verbinden das Kundinnen und Kunden in uns Banken haben.
00:09:45: Es zählt vor allem dass Zahlungen sicher sind, dass sie unkompliziert sind und dass sie zuverlässig funktionieren.
00:09:52: Jetzt haben Sie gesagt Wir brauchen eine starke, eurobasierte Alternative.
00:09:56: Sie haben aber auch gesagt der Kunde möchte das Zahlungen sicher unkompliziert und zuverlässig funktionieren.
00:10:02: wir haben in der EU ja heute schon einen effizienten sicheren modernen und grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr.
00:10:09: jetzt will die EZB ergänzen dazu den digitalen Euro einführen.
00:10:13: was bedeutet das für die Zukunft der Banken?
00:10:16: Das heutige Finanzsystem basiert auf einer klaren Aufgabenteilung.
00:10:20: Die EZ B stellt Zentralbankgeld und damit das Vertrauen in die Währung bereit, während die Geschäftsbanken Einlagen entgegennehmen, Kredite vergeben und große Teile der Realwirtschaft finanzieren.
00:10:33: Mit dem digitalen Euro wird die ECB eine neue Form des Geldes zur Verfügung stellen.
00:10:38: Bisher ist Bargeld die einzige Form von Zentralbankgeld, die Privatpersonen besitzen können.
00:10:44: Digitales Zentralbandgeld gibt es bisher nur für Banken Und wichtig ist, dass durch den digitalen Euro die bisherige Aufgabenteilung im Finanzsystem nicht aufgelöst wird.
00:10:55: Werden zum Beispiel hohe Einlagenbestände bei Banken in Zentralbankgeld konvertiert, könnte dies die Refinanzierungsmöglichkeiten der Banken verringern.
00:11:04: Das geplante Design des digitalen Euros soll dies durch niedrige Obergrenzen für Wertaufbewahrungen bei Privatkunden und keiner Wertaufbewahrung für Unternehmen verhindern.
00:11:14: Darüber hinaus muss der digitale Euro aufgrund der Fokussierung auf den Zahlungsverkehr unverzinnst bleiben.
00:11:20: Der Digitale Euro wird die Rollen von EZB und Banken daher lediglich ergänzen, Banken bleiben weiterhin in die Schnittstelle und erster Ansprechpartner für ihre Kundinnen und Kunden – sie verwalten die Konten, bieten Zahlungsdienste an und entwickeln neue Services.
00:11:36: Und damit ist die Frage nach dem digitalen Euro nicht nur eine technische Frage sondern auch eine wirtschaftliche und politische.
00:11:44: Europa verfügt bereits heute über leistungsfähige, sichere und grenzüberschreitende Zahlungsmöglichkeiten.
00:11:51: Der digitale Euro muss also einen Mehrwert bieten!
00:11:54: Die europäische Politik sieht den Handlungsbedarf und möchte eine verlässliche, souverenne Zahlungsinfrastruktur für Europa schaffen – und der digitale EUR soll dabei das Gegenstück zu Bargeld sein, eine staatlich garantierte Zahlungs- möglichkeit die allen Bürgern offen steht.
00:12:11: Spannend ist damit natürlich auch die Frage nach dem Verhältnis von staatlichen und privaten Lösungen im Zahlungsverkehr, weil normalerweise neue Entwicklungen und Innovationen meist aus dem Markt kommen – etwa durch geänderte Kundenanforderungen, effizientere Technologien und natürlich auch dem Streben nach Wettbewerbsvorteilen.
00:12:31: Die sehen wir beispielsweise durch zahlreiche privatwirtschaftliche Initiativen rund um tokenisierte Geldformen Und damit ist eine Herausforderung beim digitalen Euro die Balance zwischen staatlicher Regulierung und Marktanreizen.
00:12:46: Vor diesem Hintergrund sollte aus unserer Sicht der digitale Euro nicht als Ersatz marktwirtschaftlicher Lösungen verstanden werden.
00:12:53: Sein Erfolg wird davon abhängen, ob es gelingt, die Vorteile eines öffentlichen europäischen Zahlungsmittels mit den Innovations- und Wettbewerbstärken der privaten Anbieter zu verbinden.
00:13:04: Zusätzliche Value-Ed Services zum reinen Zahlungsvorgang wie automatisierte Zahlungen, Split Payments oder Micro Payments könnten weitere Anreize schaffen.
00:13:13: Die EZB sollte dabei die Rolle des Stabilitätsankers übernehmen.
00:13:17: werden Banken und Zahlungsdienstleister weiterhin der Kontaktpunkt für Kunden bleiben und Produktinnovationen sowie die Finanzierung der Wirtschaft verantworten?
00:13:26: Schauen wir nochmal auf den Bankkunden, welche Möglichkeiten wird der digitale Euro denn konkret dem Bankkunde bieten?
00:13:32: Also dem sogenannten Retail-Kunden aber auch den Unternehmen.
00:13:36: Für
00:13:36: Kundinnen und Kunden wäre der Digitale Euro vor allem eine zusätzliche Zahlungsmöglichkeit einfach und sicher egal ob im Geschäft oder zwischen Privatpersonen online und offline.
00:13:48: Dabei geht es nicht darum, Baugeld oder Bankkonten zu ersetzen sondern die bestehenden Bezahlmöglichkeiten sinnvoll zu erweitern.
00:13:57: Er soll die Eigenschaften von Bargeld in die digitale Welt übertragen, also ein gesetzliches Zahlungsmittel das europaweit funktioniert.
00:14:06: Allerdings sollte man die Erwartungen auch realistisch halten.
00:14:09: Viele der Funktionen sind aus Kundensicht bereits durch bestehende Zahlungsverkehrsdienste verfügbar.
00:14:14: Für viele Verbraucher wird daher weniger die technische Funktionalität entscheidend sein als die Frage ob der digitale Euro einen zusätzlichen individuellen Nutzen bietet.
00:14:24: Im übertragenen Sinn kann der digitale Euro auch ein Stück weit europäische Identität unterstreichen, wenn der Euro als wichtiges europäisches Gut in unserer digitalen Brieftasche präsent ist.
00:14:36: Aber generell ist natürlich wichtig dass die Kosten attraktiv bleiben und fair verteilt werden.
00:14:41: es muss sowohl für Anbieter also auch Nutzer ein echter Mehrwert entstehen.
00:14:46: Unternehmen müssen in diesem Zusammenhang ihre Prozesse entsprechend anpassen und die Anforderungen des neuen verpflichtenden Bezahlverfahrens auch umsetzen.
00:14:54: Und hier gibt es sicherlich viel zu tun, und wir Banken werden unsere Unternehmenskunden auch bei dieser Entwicklung unterstützen und beraten – und nicht zu vergessen!
00:15:03: Wichtig ist auch eine gründliche Bewertung potenzieller Risiken.
00:15:07: Nur so können wir finanzielle Stabilität
00:15:09: gewährleisten.".
00:15:10: Ich muss noch mal nachhaken.
00:15:12: Sie haben das selbst gesagt.
00:15:13: Die Menschen können ja heute schon häufig fast überall digital bezahlen.
00:15:18: Wofür brauche ich als Kunde den digitalen Euron?
00:15:21: Bei der Diskussion um dem digitalen Euro spielen die europäische Eigenständigkeit, die strategische Autonomie Europas und natürlich auch die Cyberresilienz eine zentrale Rolle.
00:15:31: Und die gute Nachricht dabei ist Europa verfügt bereits über sichere und leistungsfähige Infrastrukturen für den Zahlungsverkehr.
00:15:39: Der größte Handlungsbedarf liegt deshalb nicht bei der technischen Abwicklung von Zahlungen, sondern bei den Bezahlverfahren im Alltag.
00:15:46: Genau hier könnte der digitale Euro neue Impulse setzen und auch so die digitale Souveränität Europas stärken.
00:15:54: Souveranität bedeutet für mich dabei auch das Europas Währungssystem seine Handlungsfähigkeit und Unabhängigkeit vom Privaten und insbesondere außer europäischen Anbietern ausbaut.
00:16:06: Nur um ein Beispiel zu geben, das IFO-Institut hat im Juli zwanzigzwanzig Unternehmen befragt wie stark sie auf digitale Produkte und Dienste von US-amerikanischen Anbietern wie Clouddienste, Software oder KI Anwendungen angewiesen sind.
00:16:20: Und fast neunzig Prozent der Unternehmen nutzen entsprechende Diensten.
00:16:24: Gleichzeitig bewerten diese Unternehmen das Risiko dieser Abhängigkeit als eher gering oder planen keine Gegenmaßnahmen.
00:16:32: Das IFO-Institut leitet daraus ab, dass der Markt alleine die digitale Resilienz Europas nicht sicherstellen kann und der Aufbau europäischer Alternativen eine gemeinsame strategische Aufgabe bleibt.
00:16:45: Und aus meiner Sicht trifft das auch auf Zahlungsdienste zu – wir müssen hier europäische Lösungen entwickeln!
00:16:51: Wenn neue Technologien ausschließlich anderswo entwickelt und skaliert werden riskieren wir an Bedeutung zu verlieren.
00:16:57: Deshalb brauchen wir ein Umfeld, das diese neuen Geschäftsmodelle unterstützt.
00:17:01: Im Handel und im E-Commerce nutzen viele Menschen in Europa heute Bezahllösungen internationaler Anbieter.
00:17:08: Kartenzahlungen laufen oft über globale Netzwerke, große Technologiekonzerne gewinnen an Bedeutung – deren Angebote funktionieren heute zuverlässig und komfortabel.
00:17:18: Damit wächst aber auch gleichzeitig die Abhängigkeit von außereuropäischen Plattformen oder Geschäftsmodellen.
00:17:25: Ein digitaler Euro könnte Europas Zahlungswesen widerstandsfähiger machen!
00:17:30: Dazu benötigen wir aber eine eigene Infrastruktur, hohe Sicherheits- und Datenschutzstandards und zusätzliche Funktionen wie Offlinezahlungen.
00:17:38: Gleichzeitig gilt Sicherheit, Datenschutzzonstabilität müssen von Anfang an mitgedacht werden.
00:17:45: Denn eine starke Zahlungslandschaft lebt vom Zusammenspiel verschiedener Lösungen.
00:17:50: Entscheidend ist dabei die Stabilität des gesamten Finanzsystems.
00:17:54: Geld und Zahlungsverkehr gehören zur kritischen Infrastruktur jeder Volkswirtschaft und brauchen klare Regeln, Transparenz und wichtige Aufsicht.
00:18:03: Am Ende geht es um eine zentrale Frage – wie stellt Europa sicher, dass auch in einer digitalen Zukunft eine leistungsfähige, sichere und eigenständige Zahlungsinfrastruktur zur Verfügung steht?
00:18:15: Und der digitale Euro kann dabei eine wichtige Rolle spielen aber er ist Teil eines größeren Ganzen!
00:18:21: Der digitale Euro als Teil eines größeren Ganzen.
00:18:24: im Moment wird ja tatsächlich die EU-Verordnung zum digitalen Euro als Rechtsgrundlage für dessen Einführung in der EU festgezogen.
00:18:32: Welche konkreten Erwartungen haben Sie denn an die Ausgestaltung des digitalen Euros?
00:18:38: Aus Sicht der Privatbanken bietet der Digitale Euro die Chance, Europas Zahlungsverkehr unabhängiger und zukunftsfähiger zu gestalten.
00:18:46: Dabei ist allerdings entscheidend ob es einen echten Mehrwert gibt und deshalb braucht es einen engen Austausch zwischen Gesellschaft, Politik, Zentralbanken und der Finanzwirtschaft.
00:18:58: Und dazu haben wir im Bankenverband ein Positionspapier mit wichtigen Forderungen veröffentlicht und ich kann dazu ganz kurz die fünf wichtigsten Punkte nennen.
00:19:08: Erstens eine einfache Ausgestaltung Der digitale Euro sollte sich auf die tatsächliche Nachfrage im digitalen Zahlungsverkehr konzentrieren.
00:19:16: Die aktuell geplanten Funktionen sind aus Sicht der Kreditwirtschaft zu umfangreich, verursachen hohe Kosten und binden sehr viele Ressourcen.
00:19:24: Daher sollten die Anforderungen im Gesetzgebungsverfahren vereinfacht werden.
00:19:30: Als Zweites eine schrittweise Umsetzung Der Gesetzgeber muss dem Eurosystem und den Bankenerlauben Risiken zu begrenzen.
00:19:37: Der digitale Euro sollte daher schrittweise eingeführt werden.
00:19:40: So vermeiden wir Komplexität, Umsetzungsrisiken sowie Delays und stärken das Vertrauen in die digitale Währung.
00:19:49: Drittens, bestehende Verfahren müssen berücksichtigt werden.
00:19:54: erfolgreiche nationale und europäische Angebote wie bereits angesprochen müssen im politischen Zielbild berücksichtigt werden.
00:20:00: bestehende europäisch Zahlungslösungen stärken Europas Souveränität und Innovationskraft.
00:20:07: In Europa gibt es viele weitere nationale Zahlungsdienste, die auch von der Bevölkerung gut angenommen werden.
00:20:13: Vorbeispiele aus dem Euro-Raum sind Mobile Pay in Finnland oder Ticke in den Niederlanden.
00:20:18: In Ländern ohne einen etablierten nationalen Anbieter werden Zahlungen zwischen Privatpersonen weiterhin auch Borgeld- oder klassische Überweisungen nutzen.
00:20:27: Diese Vielfalt sollte aus unserer Sicht erhalten bleiben und um den digitalen Euro ergänzt werden!
00:20:32: So können wir der zunehmenden Abhängigkeit von außereuropäischen Zahlungsanbietern entgegenwirken.
00:20:38: Viertens, die Rollen bei der Einführung des digitalen Euro müssen ausbalanciert werden.
00:20:43: Für den digitalen EUR braucht es ein gemeinsames Verständnis – von Zentralbanken, Banken und weiteren Marktteilnehmern.
00:20:50: So vermeiden wir Interessenkonflikte und ermöglichen Innovationen auch langfristig!
00:20:55: Und dabei sollte die ECB das digitale Zentralbankgeld sowie die Infrastruktur bereitstellen und Banken übernehmen, die Kundenschnittsstelle und bieten innovative Zahlungsdienste.
00:21:06: Und last but not least – wirtschaftliche Anreize müssen gesichert werden!
00:21:09: Es braucht ein angemessenes marktorientiertes Vergütungsmodell damit die Bereitstellung des digitalen Euros wirtschaftlich tragfähig bleibt und die Stabilität des Systems gewährleistet wird.
00:21:20: Das Entgeltmodell sollte daher an ökonomische Kriterien ausgerichtet werden und damit der digitale Euro von der Wirtschaft akzeptiert wird, und langfristig erfolgreich ist.
00:21:31: Gleichzeitig sollten wir die Werbsnachteile für bestehende europäische Zahlungslösungen vermeiden.
00:21:37: Insgesamt lässt sich aus meiner Sicht allzu sagen, dass der digitale Euro mit Unterstützung der Geschäftsbanken eingeführt werden muss.
00:21:44: Raum für Innovationen schaffen soll und mögliche Risiken frühzeitig begrenzen muss – nur so kann er zu einer echten Weiterentwicklung des Zahlungsverkehres werden.
00:21:55: Und deshalb ist das unserer Sicht die folgende Schlussfolgerung zwingend!
00:21:59: Der digitale Euro sollte ein Zahlungsmittel werden, der die Vorteile der verschiedenen Bezahlverfahren so kombiniert dass er Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen erkennbare Mehrwerte bietet und zugleich entscheidende Impulse für den digitalen Binnenmarkt in Europa setzt.
00:22:14: Da möchte ich Sie abschließend bitten mal den Blick vorauszuwerfen.
00:22:17: wo wollen wir in fünf Jahren stehen beim Digitalen Zahlungsverkehr in Europa?
00:22:22: In fünf Jahren sollte Europa über einen digitalen Zahlungverkehr verfügen der Souverän innovativ und wettbewerbsfähig ist.
00:22:30: Kunden sollten europaweit einfach, sicher und in Echtzeit bezahlen können – unabhängig davon ob sie Bankkonten, Wallets, Stablecoins oder den digitalen Euro nutzen.
00:22:41: Entscheidend ist dass Transaktionen weniger von außereuropäischen Anbietern abhängen sondern auf starken und souveränen europäischen Leistungen basieren.
00:22:49: Ganz herzlich Dank Frau Hölinger!
00:22:51: Sehr gerne!
00:22:51: Vielen Dank!
00:22:56: Hendrik.
00:22:57: was nimmst du heute mit?
00:22:58: Ich nehme mit, der digitale Euro kommt.
00:23:00: Wie er sich entwickeln wird?
00:23:02: wie er sich bewährt, wird nicht zuletzt davon Abhängigkeiten was der Mehrwert für den Retail Kunden sein wird.
00:23:08: Wie ist es bei dir?
00:23:09: Der digitale Euro wird eine Zentralbank-Lösung sein.
00:23:13: ich glaube wichtig ist dass auch in Zukunft eine Balance zwischen staatlich organisiertem Geld und privatwirtschaftlichen Lösungen geben muss.
00:23:21: das es also Wettbewerb gibt
00:23:23: Ja und das erfordert Dass es eine Zusammenarbeit gibt zwischen einerseits Politik, andererseits Wirtschaftsgesellschaft bei der Entwicklung dieser Lösungen.
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